Allgemein Veranstaltungen — 19 November 2009

Nach dem katholischen Kalender wird am 11. November der Festtag des Hl. Martin gefeiert. In Kroatien, besonders im nordwestlichen Teil des Landes feiert man den Martinstag als Weinfesttag, bzw. als Tag der Heranreifung des Mosts. Dies wird als Anlass für viele Festlichkeiten genommen, im dessen Rahmen die Winzer und ihre Freunde ihre Dankbarkeit für die gute Ernte und den jungen Wein dem Hl. Martin gegenüber zeigen. Und wer ist der Hl. Martin und warum verbindet man ihn mit der „Taufe des Mosts“? Die Gestalt dieses Heiligen, der durch die Jahrhunderte auf den Bildern als Asket gezeigt wurde, steht im Gegensatz zum frohen Volksfest zu Ehren des jungen Weins.

Weinberge Kroatien

Die Martinsfestlichkeiten stammen aus der vorchristlichen Zeit und kennzeichnen den Zeitraum, als Arbeiten außerhalb des Hauses bzw. auf dem Feld erledigt wurden und die Vorbereitungen für den Winter begonnen haben. In den Weinbaugebieten wird dann das Ende der Arbeiten im Weinberg gefeiert, und es ist ein Zusammentreffen verschiedener Umstände, dass gerade um den Martinstag der Most die Alkoholgärung beendet und zum jungen Wein wird. Es wird auch angenommen, dass der Festtag des Hl. Martins mit dieser Festlichkeit verbunden wird, weil diese die letzte in der Reihe der Festlichkeiten durch das ganze Jahr ist, die mit den Arbeiten im Weinberg verbunden sind. Im Rahmen der Arbeiten im Weinberg werden vier Heilige geehrt – der Heilige Georg (im April), wenn die Weinberge zum ersten Mal gejätet werden, dann der Hl. Johannes (im Juni), wenn auf der Weinrebe die Trauben keimen, dann der Hl. Michael (im September), wenn die Trauben geerntet werden und der Most vorbereitet wird und am Ende der Hl. Martin, wenn dieser Most heranreift und zu jungem Wein wird.

Die Geschichte besagt, dass der Hl. Martin in Pannonien im 4. Jahrhundert zu Zeiten des Kaisers Konstantin des Großen geboren wurde. Schon als Kind trat er zum Christentum über und lief von zu Hause weg, in ein Kloster. Sein Vater war Armeetribun und auf sein Verlangen hin trat Martin zu den kaiserlichen Reitertruppen und blieb im Amt im damaligen Frankreich.

Der Geschichte nach hat Martin an einem Wintertag in Amiens einen durchgefrorenen Bettler gesehen, der alte zerrissene Kleidern trug. Martin zog seinen Mantel aus, schnitt ihn in zwei Teile und gab die eine Hälfte dem Bettler. In dieser Nacht suchte ihn im Traum Jesus auf und sagte – „das, was du für den Bettler getan hast, hast du für mich getan“. Martin verließ daraufhin die Armee und widmete sich dem Mönchtum. Im 4. Jahrhundert verbreitete er das Christentum in Pannonien, Dalmatien, Italien und Gallien und 372 wurde er Bischof von Tours. Er ist der erste offiziell Heiliggesprochene, der keinen Märtyrertod gestorben ist.

Der Kult des heiligen Martin hat sich im Mittelalter aus Frankreich nach Mitteleuropa ausgebreitet und kam so auch nach Kroatien, wo viele Kirchen nach ihm benannt wurden.

Der Martinstag wird besonders „fleißig und fröhlich“ in der Region Zagreb gefeiert, wo sich die Stadt Dugo Selo, deren Patron der Hl. Martin ist, mit der Tradition und dem Reichtum des Programms hervorhebt. Dann kommen die Städte Samobor, wo gleichzeitig die Kastanienfestlichkeit abgehalten wird, Sveti Ivan Zelina und Velika Gorica, wo gleichzeitig das traditionelle gastronomische Festival 8. Gastro von Turopolje und die 10. Ausstellung der Apfeltage abgehalten wird. Zu erwähnen ist noch Jastrebarsko, wo der Martinstag auf dem Hauptplatz mit einem reichen Programm gefeiert wird, wie auch auf den Familienwirtschaften der Weinstraße Plešivica. In der Region Koprivnica-Križevci wird der Most in Križevci und Kalnik, in der Region Međimurje auf der Weinstraße Štrigova getauft. Der junge Wein wird auch in zahlreichen anderen Orten und Städten nordwestlichen Kroatiens getauft, aber diese Tradition wird auch in anderen Regionen gefeiert, z. B. in Istrien und zwar in den Orten Tar, Vrsar, Momjan und Sv. Martin!
Quelle: Croatia.hr

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